Montag, 23. Mai 2011

Fahrtechnik - aber richtig!


Das TeamD-Programm ist um eine Abkürzung reicher und 12 Mountainbiker um sechs Lektionen sicherer auf dem Mountainbike unterwegs: Am 11. Mai 2011 fand das erste TeamD „Fahrtechniktraining ohne Gilbert“, kurz FOG, Level 1 statt. Wer bereits einmal in Gilbert sein Geld und seine Hoffnungen auf bessere Bikebeherrschung gesteckt hatte (und möglicherweise enttäuscht wurde), dem soll das OG unseres Trainings nicht nur ein didaktisch wie inhaltlich grundlegend anders konzipiertes Programm versprechen, sondern auch den Aufstieg ins Obergeschoss der Fahrtechnikwelt garantieren. Als Fahrtechnik-Übungsleiter habe ich zwar ebenso wenig Erfahrung wie ein Fleischwarenfachverkäufer in Atomphysik, aber mein Naturtalent, gepaart mit Intuition, Beobachtungsgabe, und nicht zuletzt einer grenzenlosen Hilfsbereitschaft haben es mir ermöglicht, ein Programm auf die Räder zu stellen, dass leicht nachvollziehbar ausschließlich auf dem zentralen Prinzip des Mountainbikens aufbaut und deshalb absolute Gültigkeit besitzt: Es geht darum, der Geilste zu sein!


Nachdem alle Teilnehmer über die nicht zertifizierte und von keiner offiziellen Stelle nachgewiesenen Eignung meiner Person als Übungsleiter aufgeklärt waren und alle (trotzdem) eine Haftungsfreistellung unterzeichnet hatten, nahm das FOG über 2,5 Stunden seinen Lauf. Die Inhalte des Training gliederten sich in sechs Lektionen:

Grundlagen des MTB-Sports und Umweltschutz
Wir im TeamD lieben es, wie alle Mountainbiker, schmale Trails abzusurfen und dabei mächtig Staub aufzuwirbeln. Doch das ist nicht immer und überall erlaubt und meistens teilen wir diese Pfade der Mountainbike-Extase mit anderen Menschen und Tieren. Deshalb sollen und wollen wir uns bei der Ausübung unseres Lieblingssports an die „Trail Rules“ der DIMB halten.

Bike Fitting Basics
Knieschmerzen? Rückenschmerzen? Halsschmerzen? Wie sich nach einfachen, grundlegenden biometrischen Messungen ergab, saßen alle bis auf einen (!) Teilnehmer des FOG nicht optimal auf dem Bike. Dabei bieten Sattelstütze, Sattel, Vorbau und Lenker insgesamt meist ausreichend Verstellspielraum, um eine gesunde und der Kraftübertragung ideal dienlich Sitzposition zu erreichen. Erst das Bike einstellen, dann den Berg runterschnellen!



Sicherheitsgefühl auf dem Bike
Spaß macht Mountainbiken, wenn man überall und alles sicher fahren kann. Dabei ist Sicherheit = Fertigkeit + Geschwindigkeit + Lockerheit. Die erforderliche Fertigkeit, um fahrtechnische Situationen zu meistern, erlangt man im FOG und perfektioniert man durch Übung. (Angepasste) Geschwindigkeit stabilisiert und bringt einen voran. Wer steht, geht (besser). Und eine lockere, entspannte Körperhaltung auf dem Bike erlaubt es dem Fahrer, schneller zu reagieren und damit den Untergrund zu fühlen. Versteifte Gliedmaßen reagieren langsamer, leiten Schläge direkt in die Knochen und sorgen für einen verwackelten Blick. Fast jedes Bike ist vorne (und meist auch hinten) gefedert. Warum sollte der Körper da steif und fest dagegenstemmen?!

Lockerheit bewusst erfahren lässt sich am besten blind. Also ging es mit Augenbinde aber unter den wachsamen Augen eines Übungspartners blind auf einen Rundkurs. Wer nichts sieht, fühlt mehr. Wie fühlt sich Lockerheit an?



Effizientes Pedalieren und Vortrieb
Ein Pedal ist kein Kolben, der nur von oben nach unten gedrückt wird. Von jeder Kurbelumdrehung lassen sich ca. 270° nutzen, um Kraft aufs Pedal zu leiten und damit in Vortrieb umzuwandeln. Ob mit Click-Pedalen oder ohne: Der Runde Tritt ist eine runde Sache. Aber fast keiner setzt ihn ein. FOG macht aus Kolbengestampfe wieder kreisförmige Effizienz.

Überfahren von niedrigen Hindernissen
Front und Vorderrad anheben?! Keine Kunst, die nur Danny MacAskill oder Hans Rey vorbehalten ist, sondern einfach nur das Ergebnis von etwas Körpereinsatz und Entschlossenheit. Ach ja und Fertigkeit, Geschwindigkeit und Lockerheit... Da schließt sich der Kreis und schon lässt sich jedes Hindernis überfahren.



Körpereinsatz beim Uphill und Downhill
Alles im Lot? Der Körperschwerpunkt sollte immer im Lot mit dem Bikeschwerpunkt (Tretlager) sein. Sitzen bleiben lässt sich bequem im Bürostuhl, ist auf dem Bike aber nur was für Flachlandradler. Bergab heißt es Hintern nach hinten und bergauf Visage nach Vorne. Bergab wird das Vorderrad entlastet und berauf belastet. Bergauf läuft es mit dem runden Tritt übrigens besonders rund.

Im Anschluss ging es zur Tonhalle am Rheinufer - zur wohlverdienten Entspannungseinheit! 


Also, alles gar nicht so schwer, sondern nur eine Sache des FOG. Es haben übrigens alle Teilnehmer überlebt und waren danach sogar noch imstande, ihre Teilnahmeurkunden entgegenzunehmen. Aufgrund dieses überwältigenden Erfolges werde ich das FOG, Level 1 auf Nachfrage gerne für andere TeamDler wiederholen. Ansonsten geht es weiter mit Level 2. 

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